Keilernachsuche

In der zweiten Augusthälfte befanden wir uns mit der gesamten Familie im Spreewald auf Jagdurlaub. Am ersten Morgen schlief ich aus und wurde durch Mathias, Sohn des Eigenjagdbesitzers, telefonisch geweckt. Er berichtete, dass sowohl er, als auch ein Jagdkumpel beim Morgenansitz jeweils auf eine Sau geschossen hatten, die dann beide in den Mais geflüchtet waren. Die erste Nachsuche auf einen Frischling mit Lungenschweiß am Anschuss hatten wir nach ca. 40 m im Mais schnell erledigt. Die zweite Nachsuche bereitete mir jedoch etwas Sorgen, da der Schütze (o.l.) berichtete, bei dem beschossenen Überläufer vor dem Schuss "Hoden" erkannt zu haben. Am Anschuss entdeckten wir nur wenig Schweiß und Schleifspuren, die in den Mais führten. Dies deutete ich als Keulenschuss und rechnete mit mehr als vom Schützen geschätzte 30-40 kg. Deshalb weckten wir Daniela (o.r.), die mit ihrer KlM-Hündin Orka vom Wolfsbau und ihrer Terrier Hündin Bayley von der Wilden Hummel zur Unterstützung herbeieilten. Ich machte mit Geri die Nachsuche, welche uns etwa 30 m in den Mais hineinführte. Dort konnte ich die Sau bereits riechen und die Hunde offensichtlich auch. Deshalb schnallten wir die Hunde alle gleichzeitig. Nach nichteinmal 5! Metern waren sie an der Sau. Sofort kam es zu einer wilden Jagd durch den Mais etwa im Kreis um uns herum. Dann konnten die Hunde die Sau stellen und wir den Fangschuss anbringen. Das letzte Leben holten wir mit dem Waidblatt aus der Sau. Bei der anschließenden Kontrolle der Hunde bemerkten wir, dass Geri, der als einziger eine Schutzweste getragen hatte, durch die Weste vom Keiler geschlagen worden war. Vor uns lag aufgebrochen ein Keilerchen mit 62 kg. Die Wunden sind ohne Komlikationen geheilt. Zurück blieben nur zwei kleine "Heldennarben".

Leistungszeichen (SwN)

Mitte Januar, einen Tag vor Beginn der Rehwildschonzeit, rief mich mein Jagdherr an und teilte mir mit, dass er soeben von der Polizei einen Anruf bekommen hätte. In unserem Revier war ein Stück Rehwild angefahren worden. Dieses flüchtete über die Felder in Richtung Wald mit schlenkerndem Hinterlauf. An der Unfallstelle angekommen ließ ich Geri am Schweißriemen die Fluchtfährte arbeiten. Schweiß konnten wir keinen finden. Nach mind. 600 Metern quer über die Felder, rief mein Mitjäger plötzlich: "Davorne ist das Reh." Ich sah es gerade noch aus dem Wundbett hoch werden und schnallte sofort Geri. Der sah das flüchtende Reh in einer Entfernung von bestimmt 70 Metern und hetzte los. Er bekam es auch ziemlich bald am Spiegel zu fassen und zog es nieder. Bevor ich jedoch mit Pistole bewaffnet dazukommen konnte, wurde das Reh wieder hoch und die Hetze begann von vorne. (Das Reh hatte sich losreißen können und verlor dabei einen großen Fetzen Decke) Geri bekam es erneut am Spiegel zu fassen und machte sich ganz flach. Fest im Schlegl verbissen, konnte er es nun festhalten, bis ich dazugeeilt war und das Reh mit einem aufgesetzten Schuss ins Haupt erlösen konnte. Die Goaß (Ricke) wog aufgebrochen 19 kg. Ihr rechter Hinterlauf war an zwei Stellen gebrochen. Außerdem hatte sie Schürfwunden am Schlegl. Ohne Geri wäre sie wohl sobald nicht zur Strecke gekommen und hätte die Leiden unnötig lange ertragen müssen. Aufgrund dieser und einer weiteren Arbeit aus 2012 habe ich nun das Leistungszeichen (SwN)-Nachsuchenarbeit auf der Wundfährte von schwachem Schalenwild- beantragt und am 01.02.2013 verliehen bekommen.

Treue

Mitte Dezember befanden wir uns in der Nähe von Karlsruhe auf einer Drückjagd. Geri stöberte vor mir selbstständig im teilweise dichten und verschneiten Dornenverhau. Alle 2-10 Minuten suchte er wieder Anschluss, um dann wieder geschickt zu werden. Kurz vor Ende des letzen Triebes erreichte ich mit den anderen Treibern einen Stand, von welchem aus eine Sau beschossen wurde. Eine Mittreiberin untersuchte gerade den Anschuss und versuchte im Schnee die Fährte ein wenig auszugehen. Ich umschlug die Dickung und traf auf zwei Hundeführer, die die selbe Fährte entdeckt hatten und bereits einen ihrer Hunde der Sau nachgeschickt hatten. Angeblich sollte der Hund dann Totverbellen. Dieser kam jedoch nach wenigen Minuten unverrichteter Dinge wieder zurück. Da der Hundeführer vermutete, dass diese Nachsuche schwierig werden könnte, wurde vereinbart an dieser Stelle zu verbrechen und einen Nachsuchenprofi damit zu beauftragen. Gleichzeitig kam Geri wieder vom Stöbern. Er setzte sich vor mich hin und spuckte aus. Ich traute meinen Augen nicht, als ich einen Büschel Borsten aus dem Schnee aufhob. Auf den Befehl "Wo ist die Sau" führte uns Geri etwa 120 Meter zu der längst verendeten 90 kg schweren Sau.

Saujagd

Bisher befanden wir uns 2012 auf 6 Drückjagden. Größte Strecke waren 44 Sauen bei 40 Schützen. Weitere Jagden sind schon geplant. Bis auf einmal war ich jedesmal als Hundeführer bzw. Durchgehschütze eingesetzt. Dabei gelang es mir immer wieder Geri an Sauen zu bringen. Bei einer dieser Jagden sprengte Geri zusammen mit zwei anderen Hunden eine Rotte mit etwa 10 Sauen, von welcher dann auch 2 erlegt werden konnten. Geri war immer wieder laut an Sauen und brachte sie auf die Läufe. Dennoch hielt er ständig einen gewissen Sicherheitsabstand, so dass wir noch keine Verletzungen beklagen mussten.

 

Highlight diesen Jahres war sicher, als Geri mit zwei anderen kleinen Münsterländern geschnallt wurde, als eine Überläuferbache mit tiefem Hinterlaufschuss von einem Wachtel gestellt worden war. Zusammen mit einem erfahrenen Brandenburger Sauenjäger konnten wir die Sau mit meinem Saufänger abfangen. Aufgebrochen brachte sie 53 kg auf die Waage. Diese Sau wurde von Geri dann auch ordentlich gebeutelt.

Härte

Mitte November erreichte mich ein Anruf, dass in unserem Revier vermutlich ein Dachs angefahren worden und anschließend über eine Wiese geflüchtet war. Ich führte Geri an der Schweißhalsung an diese Wiese. Sofort nahm er die Wundfährte auf und führte mich ungefähr 140 Meter quer über die Wiese ins Holz, an einer Fütterung vorbei ins dichte Unterholz. Ein durchkommen war für mich fast nicht möglich. Plötzlich gab Geri am vollständig abgedockten Riemen laut. Ich zog ihn zu mir und schnallte ihn. Gleich darauf hörte ich kurzen Hetz- und sogleich Standlaut. Ich kämpfte mich zusammen mit meinem Begleiter bis zum Laut. Als wir aus dem dichten Unterholz austraten, schoss uns unter einem tief hängenden Fichtenast zähnezeigend und laut fauchend ein Dachs entgegen. Erschrocken wichen wir beide zürück. Gleichzeitig packte Geri den Dachs von hinten und zog ihn wieder zurück unter die Fichte. Zwischen den beiden entbrannte ein harter Kampf in dessen Folge es Geri immer wieder gelang den annehmenden Dachs zu beißen. Auch der Dachs biss dabei in Geris Richtung. Eine ganze Zeitlang gelang es uns nicht, Geri von dem Dachs abzurufen. Als es mir schließlich doch gelang und ich einen Schuss auf den Dachs abgeben konnte, flüchtete dieser beinahe unbeeindruckt. Sofort war Geri wieder auf ihm drauf, packte ihn am Genick und schüttelte ihn heftig. Ein Schlag mit dem Gewehrkolben auf das Haupt des Dachses war nur noch eine Vorsichtsmaßnahme. Geri hatte ihn bereits abgetan. Der Dachs brachte ein Gewicht von 13 kg auf die Waage. Geri konnte den Attacken des Dachses offensichtlich so gut ausweichen, dass er nicht eine Schramme davon trug.

Krähenjagd

Eine unserer großen Leidenschaften ist die Lockjagd auf Krähen. Mit jedem Jahr gelingt es uns mehr dieser schwarzen Gesellen zu erlegen. Geri, der sich während des wartens und schießens völlig ruhig im Tarnschirm verhält, apportiert auf Befehl jede erlegte Krähe, bevor die nächsten heranstreichen, damit diese nicht gewarnt sind.

 

 Seit ihm von einer geflügelten Krähe zwischen die Augen gehackt wurde, bringt er keine mehr lebend. Jede geflügelte Krähe wird von ihm vorm apportieren mit einem lauten "Knack" abgetan.

 

Erst am 22.10.2012 konnten wir nach nichteinmal zweistündigem Ansitz unsere Rekordstrecke von 27 Krähen verzeichnen.

Entenjagd

Geri ist ein ausgesprochen guter Hund für die Entenjagd. Sind wir am Anfang noch hin und wieder auf eine Entenjagd eingeladen worden, so werden wir heute angerufen und gefragt, wann wir Zeit haben. Damit die Entenjagden dann nach unseren Terminen geplant werden können. Das macht mich stolz und habe ich einzig und allein meinem sehr passionierten und mittlerweile auch sehr erfahrenen Entenjäger zu verdanken.

 

Erst am 17.10.2012 apportierte Geri nachdem er das Schilf ausgiebig durchstöbert und dadurch immer wieder Enten hochgemacht hatte, 18 der 33 erlegten Enten. Zwei davon bekam er erst nach einer ausgiebigen Arbeit im Schilf an den jeweils geflügelten Breitschnäbeln.

Nachsuchen

Ich habe Geri bereits vor der VGP schon mehrfach auf Nachsuchen eingesetzt. Auf die schnelle kann ich mich da an vier erfolgreiche Totsuchen und zwei erfolglose Nachsuchen auf Rehwild erinnern. In einem der beiden erfolglosen Fälle konnte der Bock drei Wochen später gestreckt werden. Er hatte eine nicht tötliche Schussverletzung am Stich.  

 

Außerdem hat Geri noch vor der Bringtreueprüfung einen Fuchs nachgesucht. Als mein Jagdfreund und ich den Fuchs schon längst abgeschrieben hatten, kam Geri, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch nie einen Fuchs apportiert hatte, mit Fuchs im Fang zu uns. Wo er ihn gefunden hatte, ließ sich nicht mehr nachvollziehen.

 

 

Seit der VGP halte ich alle Nachsuchen schriftlich fest. Das waren seitdem:

 

6 Nachsuche auf Schwarzwild

4 davon mit Erfolg

2 erfolglos (Abbruch nach etwa 800 m, verm. Gebrechschuss)

                (Abbruch nach etwa 3500 m, verm. Krellschuss)

 

44 Nachsuchen auf Rehwild 

40 davon mit Erfolg (7 hiervon waren Lebendsuchen, bei denen das Reh von Geri niedergezogen wurde)

4 erfolglos (bei drei davon wurde nicht waidgerecht aufs Blatt angehalten)

 

9 Nachsuche auf Fuchs

9 davon erfolgreich

0 erfolglos

 

5 Nachsuche auf Dachs

3 davon erfolgreich

2 erfolglos